TWC 2016 in Seelisberg

31.05.2016

Anfangs 2016 flatterte zu allen Kursteilnehmern eine Einladung von einem gewissen Mr. Broke. Es ging um den Verkauf einer Landparzelle in den USA und 4 Länder hätten Interesse am Kauf ausgesprochen: Deutschland, Dubai, Russland und die Schweiz. Um uns besser kennenzulernen, lud der Banker Broke uns alle zum Vortreffen ein, wo die Teilnehmer ihre Landesgenossen und ihre Gegner kennenlernten. Doch nach dem Nachmittag konnte sich Mr. Broke noch nicht entscheiden, welches Land die Parzelle erhalten solle und lud uns zu einer einwöchigen Kreuzfahrt ein, um jedes Land persönlich zu besuchen.

 

Trotz des schlechten Wetters und der frühen Uhrzeit trudelten alle Kursteilnehmer in passender Landesverkleidung und bester Laune am Bahnhof ein und die Reise zum Hafen in New York (Seelisberg), wo unser Kreuzfahrtschiff lag, konnte beginnen.

 

Der Nachmittag stand im Zeichen der Dekoration der landesspezifischen Gruppenräume, welche im mehrstöckigen Kreuzfahrtschiff (Lagerhaus) verteilt waren. Am Abend stellte uns der Banker seine Partnerin vor und die beiden erklärten, dass ab dem nächsten Tag an jedem Abend ein Land mit einem Spiel im Fokus stehen würde (das Land, wo unser Schiff im Hafen liegt). Das Land, welches am Ende der Woche die meisten Punkte sammelt, erhält die Landparzelle.

 

Am nächsten Morgen waren wir bereits auf hoher See. Beim Morgenessen wurden wir von Piraten angegriffen und

einige Leiter wurden verletzt. Niemand wusste ihnen zu helfen und der Fall war klar: Wir brauchten einen Ausbildungsblock zum Thema 1. Hilfe. Wir lernten in verschiedenen Situationen richtig zu reagieren, wie zum Beispiel bei einem Hitzeschlag, bei Verbrennungen, aber auch bei Heimweh.

 

Am Nachmittag besiegten wir die Piraten bei strömendem Regen in einem epischen Geländespiel und vertrieben sie damit und konnten sicher in Russland den Anker werfen. Das Abendprogramm bestand aus dem Russland-Game, dessen Regeln zu kompliziert sind, um sie hier zu erklären. Nur so viel: Es ging um Korruption und Skandale.

 

 

Am nächsten Morgen legten wir in einem deutschen Hafen an und wurden von deutschen Ballermann-Touristen begrüsst. Die hatten das Gefühl, sie seien am Flughafen und wollten nach Mallorca fliegen. Schnell merkten wir, dass sie absolut keine Orientierung hatten. Also veranstalteten wir einen OL, bei dem wir gleichzeitig auch noch Pioniertechnik behandelten, also Kartenlesen, Blachenkunde oder Seilkenntnisse. Die Touristen bedankten sich und wir luden sie ein, mit uns zu essen. Während des Essens verhielten sie sich jedoch unmöglich, schreiten herum, tanzten auf dem Tisch und sangen lauthals. Wir konnten sie nur mit grösster Mühe bändigen. Für alle Kursteilnehmer war es klar, dass man sich so ein Verhalten als Leitungsperson in der Jubla nicht leisten kann. Wir teilten uns in die Ländergruppen auf und diskutierten in den Gruppenräumen über das Image der Jubla, wie man es verbessern oder verschlechtern kann und was für eine wichtige Rolle es spielt. Manchmal muss ein bisschen Party jedoch auch sein, und so veranstalteten wir am Abend eine Singstar-Challenge. Danach wurde noch getanzt und gesungen was das Zeug hielt, doch früher oder später fielen alle erschöpft in die Schlafsäcke.

 

Am nächsten Morgen sahen wir durch unsere Bullaugen die Schweizer Alpen und wir alle dachten nur eins: Wanderwetter! Da in der Schweiz das Wandern streng durch das Wandergesetz geregelt ist, mussten wir uns zuerst die Wanderlizenz verdienen. Dies geschah in Form einer Stafette, wo wir unter anderem einen Rucksack packen und einen Berliner bauen mussten. Wir waren erfolgreich und ergatterten das Zertifikat. Die Schweizer wollten uns jedoch noch etwas mit auf den Weg geben: Besonders stolz sind sie unter anderem auch auf ihr hervorragendes Freizeitangebot für Jugendliche, wie zum Beispiel die Jubla. Jungwacht und Blauring kennen wir natürlich alle, doch was steckt da eigentlich genau dahinter?  Wir diskutierten über die fünf Grundsätze Zusammen sein, kreativ sein, Natur erleben, Mitbestimmen und Glauben leben und wie man sie in den Jubla-Alltag integrieren kann.

 

Am Tag darauf war es dann endlich soweit: Mit dem perfekt gepackten Rucksack, der Wanderlizenz in der Tasche und dem neuen Wissen im Kopf machten wir uns auf den Weg. Bei wunderschönem Wetter wanderten wir um den Vierwaldstättersee und besuchten den Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde: das Rütli. Nach dem Essen wollten die Schweizer unser Allgemeinwissen zum Thema Schweiz testen und veranstalteten ein Quiz. Dieses wurde jedoch jäh von einem Schrei unterbrochen und wir fanden den Banker Mr. Broke ermordet in seinem Zimmer auf. Wir waren geschockt und überliessen den Fall den Profis.

 

Dann ging es auch schon auf zur letzten Station der Kreuzfahrt: die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Tag begann mit einer schlechten Nachricht: Ratten hatten der Küche alle Vorräte weggegessen und so konnte die Crew nicht mehr kochen. In Dubai reiht sich jedoch Bazar an Bazar und schon bald fanden wir zwei Scheiche, welche mehr als genug Nahrungsmittel hatten. Scheiche sind jedoch sehr misstrauisch und handeln nicht gern mit Fremden. Also mussten wir zuerst durch das uralte Karawanenspiel ihr Vertrauen gewinnen. Natürlich gelang es uns und wir konnten das bei einem Mittagessen feiern.  

 

 

Am Nachmittag bekamen wir Besuch von einer Hotelbesitzerin, welche uns vorschlug ihr neu gebautes Spa zu testen. Wir mussten uns das nicht lange überlegen und sagten zu. So genossen wir die Zeit unter der heissen Sonne Dubais mit Massagen oder Henna Tattoos. Ein Spa-Mitarbeiter trank jedoch die ganze Zeit aus einer komischen Flasche und war am Ende des Nachmittags nicht mehr ansprechbar. Schnell war klar, dass er betrunken sein musste. Suchtmittel wie Alkohol oder Tabak werden immer präsenter in unserer Gesellschaft und deshalb beschlossen wir, eine Diskussion zu diesem Thema zu veranstalten, um auch darüber zu sprechen, wie die Jubla damit umgeht. Das Landesspiel von Dubai am Abend war etwas ganz Besonderes: Nämlich durfte während des ganzen Spiels nur auf der Toilette geredet werden und sonst nirgends. Wir meisterten die Hürde jedoch mit viel Teamgeist und erhielten vom Schatzmeister des Sultans Geld für unsere Abschlussparty.

 

Beim Morgenessen am Freitag wurden wir von einem Grossaufgebot des FBI überrascht. Sie erklärten uns, dass sie für die Aufklärung des Mordfalls verantwortlich wären und dass niemand von uns das Schiff verlassen dürfe. Sie mussten so lange mit der Aufklärung warten, bis wir uns wieder in internationalen Gewässern befanden. Wir wollten natürlich trotzdem helfen und herausfinden, was dem armen Mr. Broke geschehen ist. Schlussendlich waren die FBI Agents bereit, uns auszubilden. Mit Hilfe eines Postenlaufs wurde alles Wissen, welches in der Kurswoche angesammelt wurde, geprüft.

 

Nun hatten wir das geistige Potenzial zum Agenten, jedoch fehlte uns noch die Sportlichkeit. Diese trainierten wir am Mittag mit einer Geschicklichkeitsstafette, Kraftspielen und Übungen zur Treffsicherheit. Dann endlich waren wir soweit, um den Mörder zu suchen.

 

Vom Kreuzfahrtschiff führte eine Spur aus Küchentüchern in einen Wald. Dort fanden wir ein aufgeregtes Küchenmitglied. Der Koch wollte fliehen, wir (sportlich und geschickt wie wir ja nun waren) konnten ihn aber daran hindern und festnehmen. Er erklärte uns, dass Mr. Broke seine Schiffscrew wie den letzten Dreck behandelt hätte und sie es irgendwann einfach nicht mehr ausgehalten und ihn umgebracht hätten. Wir zeigten Verständnis und boten ihm einen fairen Prozess. Nun stand einem rauschenden Abschlussabend nichts mehr im Wege!

 

Wir genossen ein 3-Gang-Menu, welches von eleganten Kellnern serviert wurde. Die Partnerin des Bankers verkündete noch den Sieger des Wettbewerbs um die Landparzelle: Herzliche Gratulation an dieser Stelle an Russland! Man würde meinen, dass sich nach so viel Essen niemand mehr richtig bewegen konnte, aber nach dem Programmschluss tanzten wir alle bis tief in die Nacht.

 

Am Samstagmorgen ging es dann ans Aufräumen. Seelisberg machte uns den Abschied nicht schwer, denn alles war grau und nass. Umso schöner war dann dafür der Empfang in Schaffhausen von der Clairongarde und vielen Eltern und wir liessen den Kurs mit einem Tschiaiai gemeinsam ausklingen.

 

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